Berichte

Breisach: 100 Menschen widersprechen der AfD

„Präsenz ist Widerspruch“: Unter diesem Motto haben am Montagabend, 15. Juni 2026, rund 100 Menschen vor der Breisacher Stadthalle friedlich, aber lautstark gegen eine AfD-Veranstaltung protestiert. Die Breisacher AfD-Bundestagsabgeordnete Martina Kempf hatte gemeinsam mit ihren Fraktionskollegen Paul Schmidt (Karlsruhe) und Lars Haise (Schorndorf) zu einem sogenannten Bürgerdialog eingeladen, der sich allerdings, so BZ-Redakteurin Sophia Ungerland in ihrem Bericht, zunächst eher wie eine Vortragsreihe anfühlte. Erst nach eineinhalb Stunden hatten neun Bürger:innen die Möglichkeit, Fragen zu stellen. Dass es bei Dialogen mit AfD-Politiker:innen ruppig zugehen kann, musste ein Fragesteller erfahren, der von Schmidt mit einem „Schmarotzer“ verglichen wurde.

Den lesenswerten Bericht von Sophia Ungerland finden Sie in der Badischen Zeitung.

 

Opfern des Nazi-Terrors die Würde zurückgeben 

Auf große Resonanz stieß am Dienstag, 9. Juni 2026 ein Rundgang zu drei Gedenkorten, zu dem die Stolpersteininitiative Staufen eingeladen hatte. 40 Teilnehmer:innen trafen sich auf dem Staufener Friedhof am Grab von Ingeborg Hecht, die als Tochter eines jüdischen Vaters und einer nicht-jüdischen Mutter unter der rassistischen Nazi-Herrschaft litt. Ziel des  anschließenden Rundgangs durch Staufen waren ehemalige Wohnhäuser von drei Familien, die während der Nazi-Herrschaft verfolgt wurden. Die Stolpersteininitiative will im Oktober kleine Messingtafeln zum Gedenken an die dort einst lebenden Opfer des Nazi-Terrors anbringen. Eine der Initiatorinnen, Sibylle Huerta Krefft, sagte: „Die Stolpersteine geben ihnen Namen, Würde und einen Platz in unserer Erinnerung zurück, mitten in unserer Stadt“. 

Einen ausführlichen Bericht über den Rundgang finden Sie in der Badischen Zeitung.

 

Beim Rundgang durch das malerische Staufen informierte Sibylle Huerta Krefft (Mitte) von der Stolpersteininitiative über die vorgesehenen Stolpersteinstandorte und über die Schicksale der Opfer des Naziterrors, die einst hier gelebt haben. Foto: Martin Mainberger  

Gemeinsam unsere Demokratie schützen

Bericht von unserer Gründungsversammlung

Es war ein außergewöhnliches und ermutigendes Ereignis für die Teilnehmer und Teilnehmerinnen, die sich am Samstag, 25. April 2026 als Vertreterinnen und Vertreter von Initiativen und Gruppierungen aus Rheinfelden, Schopfheim, Lörrach, Weil am Rhein, Müllheim, Buggingen, Bad Krozingen, Staufen, Denzlingen, Herbolzheim, Kenzingen, Ettenheim und Lahr im Evangelischen Gemeindehaus Mülheim zur Gründung des „Netzwerks Demokratie Oberrhein“ trafen. Das Demokratie Forum Müllheim und die Bürgerinitiative für Toleranz und Demokratie Denzlingen hatten zu diesem Treffen eingeladen, um den zivilgesellschaftlichen Widerstand in Südbaden gegen rechtspopulistische und demokratiegefährdende Umtriebe zu stärken, sowie inhaltlich, personell und organisatorisch zu bündeln.

Im Vordergrund stand der konstruktive Austausch über örtliche Aktions- und Veranstaltungsformen sowie aktuelle Argumentationshilfen auf seröser Faktenbasis und Informationsmaterial zur Stärkung unserer Demokratie und freiheitlich-offener Gesellschaft. Vereinbart wurde, die Zusammenarbeit zu intensivieren und zu verstetigen, beispielweise durch einen gemeinsamen Internet- und Social-Media-Auftritt oder durch die Koordination von Aktionen gegen Rechtsextremismus. Zudem sollen weitere Gruppierungen und Organisationen, die bereits ihr grundsätzliches Interesse an einer Mitwirkung bekundet haben, eingebunden werden.

Die mutmachenden Berichte aus den einzelnen Gemeinden zeugten von ideenreichen und wirksamen Möglichkeiten, Jugendlichen und Erwachsenen stärker für den Schutz unserer Demokratie zu sensibilisieren und die Mitbürger zu überzeugen, keine rechtsradikalen Parteien zu wählen. Die auf der Tagung vorgestellten überparteilichen Aktionsmöglichkeiten werden im Ehrenamt organisiert und finanziert und zielen auf eine persönliche Aussprache mit denjenigen Bürgerinnen und Bürger ab, die sich von der Politik zu wenig beachtet fühlen und die für die Parolen der Rechtsradikalen anfällig sind.

Wenn dieser Tage manchmal Ratlosigkeit bei den demokratischen Parteien darüber anzutreffen ist, wie Verfassungsfeindlichkeit und der Trend nach Rechtsaußen gestoppt werden können, so zeigen die örtlichen überparteilichen Gruppierungen, die sich in Müllheim versammelt hatten, wie mit Mut, Fantasie und Hartnäckigkeit ein erfolgreicher Widerstand in jeder Gemeinde erreicht werden kann. Es wurden auf dieser Tagung eine Fülle von Möglichkeiten aufgezeigt, wie der Dialog mit Menschen in der Gemeinde organisiert werden kann, die für demokratiefeindliche Parolen der Rechtsextremen empfänglich sind. So zum Beispiel das geduldige Zuhören beim Gespräch mit skeptischen Bürgern und Bürgerinnen in eigens dafür angebotenen Zuhörräumen, mit Fluchterzählungen durch Geflüchtete in Schulen oder mit anschaulicher Aufklärung über die Folgen rechtsextremer Politik für die Lebensumstände eines jeden Einzelnen.

Dietrich Elchlepp, Hans Richter, Karlheinz Schiedel

Ein ausführlicher Bericht über unsere Gründungsversammlung erschien in der Badischen Zeitung

 

Voller Zuversicht und Tatendrang: Die Teilnehmer:innen bei der Gründungsversammlung des Netzwerks Demokratie Oberrhein. Foto: Karlheinz Schiedel
 

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